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Die Kunst des Alters im Rahmen des Demografischen Wandels

Es besteht kein Zweifel: Die Kunst des Alters kann erlernt werden durch gezieltes einüben, erleben und trainieren! In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage: Ist unsere Langlebigkeit eine Folge der Überalterung oder eine Folge der Unterjüngung unserer Gesellschaft? Das Thema Demografie (Wissenschaft von der (zahlenmässigen) Bevölkerungsentwicklung hat viele Facetten und umfasst immer alle Generationen, also junge und alte Menschen. In Gesellschaften wo gerade die Lebenserwartung immer weiter steigt und gleichzeitig die Geburtenraten auf einem tiefen Niveau verharren, ist eine möglich lange gesunde und mobile Langerwartung in gesicherten sozialem und finanziellen Verhältnissen die grosse Herausforderung.

Demografische Entwicklungen sind nur wenig steuerbar. Wir können uns aber auf sie vorbereiten und lernen, mit ihnen besser umzugehen. Für Trainer, Berater und Unternehmer heisst das: „Wie kann unser überdurchschnittlich grosser Wohlstand in Frieden, Freiheit und tief verwurzelter Eigenverantwortung auch in Zukunft bewahrt und vermehrt werden?“

Im Unterschied zu vielen anderen Gesellschaftsthemen gibt es beim Thema „Demografie“ keine sofortige Dividende. Trotzdem ist eine aktive Auseinandersetzung in Wirtschaft, Gesellschaft und Politik für die Zukunft unverzichtbar. Es ist unerlässlich, die verschiedenen demografischen Szenarien nicht nur zu kennen und zu interpretieren, sondern auch konstruktive Lösungsvorschläge einzubringen und schliesslich auch zu realisieren. Sie finden in diesem Artikel einige Lösungsansätze.

Es geht darum, die einzigartigen Errungenschaften eines längeren, besseren und gesünderen Lebens durch neue Produktivitätspotentiale und Wettbewerbsvorteile zu sichern. Gelingt dies, sind die Kosten der zunehmenden Lebenserwartung, der immer länger werdenden „Pensionsphasen“, nachhaltig finanzierbar. Der notwendige Umbau von Gesellschaft, Wirtschaft und sozialpolitischen Spielregeln erfordert die Neuausrichtung in fünf verschiedenen Handlungsfeldern:

  • Arbeitswelt
  • Finanzmärkte
  • Altersvorsorge
  • Gesundheit
  • Wettbewerbsfähigkeit

In diesem Beitrag befasse ich mich auf Grund meiner persönlichen Erfahrungen mit dem Handlungsfeld Gesundheit.

Gesundheit und Langlebigkeit wie gestalten?

Die stetig steigende Lebenserwartung wirft grundsätzliche Fragen auf. Wie können wir unser immer länger währendes Leben nicht nur sinnstiftend gestalten – wie können wir es auch ökonomisch bewältigen? Auf der individuellen Ebene streben Menschen drei Ziele an:

  • In allen Lebenslagen ein produktives und unabhängiges Leben führen zu können
  • Die Freiheit der Entscheidung und Gestaltung so lange als möglich zu bewahren
  • Die geistige und körperliche Mobilität möglichst über das ganze Leben zu erhalten.

Aus diesen gedanklichen Zielen erkennt man, dass die demografische Alterung die Gestaltung unseres gesamtes Lebens herausfordert, durch vielschichtige Veränderungsprozesse, welche neu geordnet werden müssen, wie zum Beispiel die Erhöhung des Rentenalters. Die Lebensphase „65+“ dauert in der Schweiz derzeit Versicherungstechnisch gut 20 Jahre. Die Vorhersagen gehen davon aus, dass diese bis 2050 gut 25 Jahre und mehr betragen wird. Das bedeutet, dass auch die Menschen zunehmend länger „frisch“ bleiben, sowohl körperlich als auch geistig, in emotionaler sowie in sozialer Hinsicht. Der jüngere Teil der Gesellschaft (Kinder u. Jugendliche)verändert sich in einer ganz anderen Richtung: Er nimmt ab bzw. stagniert. Nicht in der angeblichen Überalterung liegt ein grosses Problem unserer Gesellschaft, sondern in der „Unterjüngung“ und ihren Folgen.

Auch ist die Ansicht zu korrigieren, alte Menschen fielen ihren Angehörigen und dem Umfeld zur Last; in unseren „Rentendemokratien“ „plünderten die Älteren die Jüngeren aus!“ In Wahrheit geben Ältere in der Regel viele Jahre mehr Unterstützung als sie empfangen und hinterlassen den Erben oft ein interessantes Vermögen, was den Jüngeren mehr Sicherheit für ihr älter werden gibt. Viele Senioren leisten auch ein erhebliches Mass an unbezahlten ehrenamtlichen Tätigkeiten, sodass sich die gesunden und aktiven Älteren per saldo als ein Gewinn für die Gesellschaft erweisen. Um diesen Gewinn, die soziale Seite der „Alterskunst“ zu realisieren, sind allerdings verschiedene Lebensbereiche umzugestalten.

Deshalb habe ich mein individuelles Leben vor 10 Jahren im Alter von 70 Jahren konsequent auf die vier L’s von Professor Otfried Höffe von der Universität Tübingen ausgerichtet.

Diese vier L’s sind: Leben, Lernen, Lieben, Lachen

Leben

Viel Bewegung! 3 mal wöchentlich, mindestens 20 km auf dem Hometrainer, oder mindestens 2 Std. Walking mit oder ohne Stöcke, oder Ski-Alpin, oder 2 Std. Langlauf, Masshalten beim Essen und Trinken. Der gesundheitsfördernden Wirkungen von ausgeglichener Ernährung, ausreichender Flüssigkeitszufuhr und regelmässigen geistigen und körperlichen Aktivitäten werden oft unterschätzt. Geistige Tätigkeiten einüben. Nicht nur Sport, Hobby’s und Reisen sondern auch bürgergesellschaftliche Aufgaben übernehmen.

Lernen

Etwas sinnvolles tun! Geistige und den Geist fordernde Tätigkeiten ausüben. Teilnahme an Arbeitsgruppen für Gerontologie, Proband für Studien als Beitrag an die Forschung und Entwicklung, Ehrenamtliche Einsätze in Vereinen oder Behörden. Viel lesen, Interesse zeigen, Sich frühzeitig nicht erwerbs- orientierte Tätigkeiten erschliessen. Zuhören können. Sich möglichst lange
in der Arbeitswelt in abgeschwächter Form integriert lassen.

Lieben

Man muss Menschen mögen! Freundlich und offen gegenüber allen Menschen. Ehrlich, kommunikativ, spendefreudig, gesellig sein. Zärtlichkeit, Geborgenheit und Dankbarkeit signalisieren. Liebe erleben, empfangen und weitergeben können. Soziale Beziehungen pflegen. Sich nicht zu rasch in abgetrennte Lebensräume abschieben lassen. Hilfsbereit sein und Hilfe akzeptieren. Freude bereiten. Die Begabung fördern, durch Kontakt mit Menschen in Beziehung zueinander zu treten. Chancen für Selbstachtung und soziale Anerkennung erkennen.

Lachen

Fröhlichkeit und Güte! Durch lächeln, humorvoll, kontaktfreudig, gute Laune,verbreiten. Positive Einstellung zum Umfeld und zum Leben signalisieren. Für ein ausgefülltes Gefühlsleben sorgen. Unbestechlichkeit ist Gebot. Eigenes ich etwas zurückstellen. Versteckte Komplimente an die Mitmenschen. Andere Menschen so wie sie sind ernst nehmen. Körpersprache, wie Gestik und Sprache den Situationen anpassen. Blickkontakt halten. Dialoge aufbauen. Offene Fragen stellen.

Gesundheit und Langlebigkeit in der dritten Lebensphase ist das Ergebnis von Sinnhaftigkeit, sozialer Integration und produktivem Altern. Dies bedingt, dass sich nicht nur die Institutionen, Politik und Behörden auf die demografischen Veränderungen einstellen, sondern auch jede/r von uns soll sich bewusst auf ein längeres und gesundes Leben vorbereiten und sich darauf freuen. Die 4 L’s helfen uns tagtäglich und immer wieder neu dabei!

Literaturhinweis und Quellennachweis:

NZZ vom 24.08.2015 Zur Kunst des Alters. (Prof.Otfried Höffe)
Langlebigkeit – aber wie gestalten? www.wdaforum.org Dr. Hans Groth
Demografie neu gestalten! v. 11.2.2015 www.wdaforum.org
Demografie Dialog Schweiz 4./6.Juni 2015 Locarno www.wdaforum.org
NZZ vom 29.10.2015 Sicherheitswahn in der Vorsorge (Finanzen)

2017-06-26T10:43:36+00:00 By |0 Kommentare

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