Der Kühlschrank – eine disruptive Technologie von früher

Vor rund 150 Jahren begannen Firmen, Eisblöcke herzustellen und zu verkaufen. Damit konnte man verderbliche Güter weiter als bisher transportieren und länger lagern. Wieso gibt es heute bei uns keine Firmen mehr, die Eisblöcke an Hotels und Restaurants verkaufen? Ganz einfach, es braucht diese Firmen, zumindest in der westlichen Welt, nicht mehr, weil wir die Kühlkette dank Kühl- und Eisschränken besser aufrechterhalten können. Noch bis in den 60er-Jahren gab es in Deutschland in nur einem Drittel der Haushalte einen Kühlschrank, heute hingegen in fast jedem. Das macht Eisblöcke überflüssig und somit auch die Firmen, die die herstellen. Die dis-ruptive Technologie damals war somit der Kühlschrank.

Die Disruption im Taxigewerbe heisst UBER?

Und was hat diese Geschichte mit mir und meinem Unternehmen zu tun, werden Sie sich jetzt wohl fragen. Sehr viel, denn möglicherweise kommt schon bald ein Anbieter auf, der mit einer disruptiven Technologie oder einem disruptiven Geschäftsmodell Ihre Existenz gefährdet.

Kennen Sie UBER? Richtig, es handelt sich um ein Unternehmen, das erst 2009 in San Francisco gegründet wurde und das Taxigewerbe bereits in einigen hundert Städten in Aufruhr gebracht hat.

Die Art und Weise, wie wir ein Taxi benutzen können, wurde von UBER dank einer Smartphone-App umgekrempelt, nutzerfreundlich gestaltet und digitalisiert. Doch ist die Mission von UBER eine ganz andere, nämlich, dass sie den Transport ganz allgemein so zuverlässig wie fliessendes Wasser, überall und für jedermann machen möchten. UBER experimentiert in Pittsburgh bereits mit einem selbstfahrenden Auto und hat konkrete Pläne, Transporte per Helikopter anzubieten (UberCHOPPER). UBERs Tochterfirma Otto (nicht mit dem deutschen Versandhändler zu verwechseln) hat im amerikanischen Bundesstaat Colorado einen Lastwagen mit 50’000 Bierdosen an Bord auf eine Auslieferungsfahrt über 200 Kilometer geschickt. Der Lastwagen fuhr auch durch dichtbesiedeltes Gebiet von Denver und navigierte sicher, selbständig und ohne Fahrer ans Ziel. Einzig, eine Begleitperson war aus Sicherheitsgründen an Bord.

Wann werden Sie weggeUBERt?

Falls Sie nicht im Taxigewerbe tätig sind, werden Sie sich bestimmt fragen, was Sie das wohl angeht. Die Taxifahrer hatten sich vor zehn Jahren nicht vorstellen können, dass ein Startup mit einem disruptiven Geschäftsmodell ihre Branche aufmischen wird. Möglicherweise wiegen Sie sich in Sicherheit und sagen sich vielleicht, dass das in Ihrer Branche nicht möglich sei.

Doch auch Sie werden von der Digitalisierungswelle nicht verschont bleiben. Es gibt keine Branche, die davor sicher ist.

Der digitale Tsunami kommt – so oder so

Die Medienbranche konnte sich mit dem Aufkommen des Internets auch nicht vorstellen, dass ihr Geschäftsmodell sehr rasch gefährdet werde. Rupert Murdoch, US-amerikanischer Medienunternehmer und Gründer der News Corporation sagte noch 2009, dass die Tage des Internets schon bald gezählt seien. Wie unrecht er doch bekam.

Auf die Banken kommt mit der Blockchain-Technologie eine disruptive Technologie zu, die ihr heutiges Geschäftsmodell auf den Kopf stellen kann. Vielleicht haben Sie schon einmal von der Internetwährung Bitcoin gehört. Bitcoin basiert auf der Blockchaintechnologie. Die Blockchain macht Zwischenhändler wie Banken, Grundbuchämter, Handelsregisterämter überflüssig, denn dank der Blockchain können jegliche Art von Eigentumsübertragungen oder Verträge über die Blockchain einfacher, kostengünstiger und erst noch sicherer abgewickelt werden. Das macht Banken überflüssig. Schon Bill Gates sagte vor Jahren: «Banking is essential, Banks are not». Antony Jenkins, der ehemalige CEO der britischen Bank Barclays, drückte es in einer Rede im November 2015 wie folgt aus: Banken werden bald ihre «UBER-Momente» erleben.

Auch Sie werden von der Digitalisierungswelle nicht verschont bleiben. Es gibt keine Branche, die davor sicher ist. Je nach Branche kommt der digitale Tsunami schneller oder langsamer und heftiger oder lauer auf Sie zu, doch er wird kommen und keinen Stein auf dem anderen lassen. Sind Sie als Unternehmung oder als Person darauf vorbereitet?