Denken Sie einmal 100’000 Jahre zurück: Wie wurden Wissen und Erfahrung zur damaligen Zeit weitergegeben? Ja, richtig, mit Geschichten. Mündlich von Mensch zu Mensch übertragen, von Angesicht zu Angesicht, unmittelbar. Gut erzählte und beeindruckende Geschichten blieben dabei am besten in Erinnerung, jedoch hatte diese Kommunikationsform immer den Nachteil, dass Inhalte weggelassen, hinzugefügt oder sinnentstellt wurden. Dennoch wurden überlebenswichtige Informationen, aber auch verborgenes Wissen, Legenden und Mythen auf diese Weise weitergetragen. Wir nennen diese Kommunikation im Kontext der letzten 100’000 Jahre die erste Kommunikationswelle.

Erst ca. 4000 Jahre vor Christus änderte sich die Kommunikation. Bei Ausgrabungen fand man unter der sogenannten Uruk-III-Schicht Wirtschaftstexte der Sumerer, die mit Schriftzeichen aufgebaut waren. Das Aufkommen der Schrift war ein Wendepunkt. Sie ermöglichte es den Menschen, auch asynchron, also nicht von Angesicht zu Angesicht, zu kommunizieren. Schrift hat im Gegensatz zur mündlichen Überlieferung den Vorteil, dass Wissen und Erfahrung genauer formuliert und archiviert werden können und Informationen sich schneller und effizienter verbreiten lassen. Der Nachteil hingegen ist der fehlende zwischenmenschliche Kontakt. Emotionen und Gefühle lassen sich in der synchronen (also mündlichen) Kommunikation schneller erzeugen und deuten, und es kann auch schneller darauf reagiert werden. Schriftliche Kommunikation zeichnet die zweite Kommunikationswelle aus.

Sie fragen sich, was die dritte Kommunikationswelle ist, was in der Post-Schrift-Ära kommt, was noch effizienter und besser sein soll als Schrift? Warum noch eine weitere Kommunikationsform? Die dritte Kommunikationswelle ist eine seit ca. 20 Jahren stattfindende, schleichende Veränderung. Wir bemerken sie kaum, da die neue Kommunikationsform fast unsichtbar in unser alltägliches Leben gedrungen ist. Sie kam zeitgleich mit dem Internet in den 1990er-Jahren und später verstärkt mit den mobilen Endgeräten, wie Smartphones und Tablet-Computern, auf. Die dritte Kommunikationswelle ist die bildliche Kommunikation. Wir übertragen Wissen und Informationen per Grafik und Bild.

Sehen wir uns zum Beispiel die Anleitungen für IKEA-Regale, Drucker oder technische Geräte an, stellen wir fest, dass darauf kaum noch Text zu finden ist. Was wir stattdessen sehen, sind Abbildungen, Grafiken, schematische Darstellungen und Ähnliches. Betrachten wir unsere Umgebung genauer, entdecken wir zahlreiche Symbole und Piktogramme. So lässt sich beispielweise kaum noch ein Schild finden, auf dem das Wort «Toilette» geschrieben steht. Stattdessen sehen wir zwei figürliche Darstellungen, die eines Mannes und die einer Frau. Wir sind alle auf diese Kommunikationsform konditioniert und hinterfragen diese daher auch nicht mehr. Ein anderes Beispiel ist die computer- und smartphonebasierte Kommunikation. Hier finden sich Symbole (Icons, Piktogramme) für emotionale Bekundungen, wie «Daumen hoch» oder «Smiley», auch bekannt als Emoticons. Auch in PowerPoint-Präsentationen nimmt die Bildsprache immer mehr Raum ein.

Die Vorteile der bildlichen Kommunikation liegen auf der Hand: Sie ist noch effizienter als Schrift, noch schneller in der Erstellung und Deutung. Sie ist platzsparend und für das Auge ca. 2000- bis 3000-mal schneller wahrnehmbar als Textsilben. Diese Kommunikationsform ist einfach und wird international verstanden. Wissen und Informationen können sich so noch schneller als über die Schrift auf der ganzen Welt verbreiten. Bildsprache lässt sich auch sehr gut mit Text oder wörtlicher Rede (Präsentation, PowerPoint) kombinieren, was sie sehr flexibel einsetzbar macht. Der Nachteil: Die Kommunikation über Bilder kann wieder zu Missverständnissen führen und Unklarheiten hinterlassen. Wer schon mal einen Schrank nach einer Bildanleitung aufgebaut hat, weiss, was ich meine. Viele Anleitungen oder Präsentationen sind schludrig erstellt und enthalten Darstellungen, die nicht eindeutig sind.

Da bildliche Kommunikation effizienter ist als schriftliche Wissensvermittlung, werden wir in den nächsten Jahrzehnten diese neue Kommunikationsform als dritte Kommunikationsart dazulernen. So muss jeder Mitarbeiter in Zukunft neben reden und schreiben auch visualisieren können. Mittlerweile gibt es zahlreiche Menschen, die allein mit visueller Rhetorik Geschichten erzählen, Sachverhalte darlegen und Informationen und Wissen weitergeben. Typische Beispiele sind die vielen Infografiken, die wir aus Zeitschriften oder aus dem Internet kennen, aber auch viele Präsentationen, die nur noch bebildert sind. Es gibt auch die ersten Bücher, die komplett aus Piktogrammen bestehen, zum Beispiel «Ein ganzer Film in 5 Sekunden».

Stellen Sie sich vor, Ihr Unternehmen würde mithilfe der bildlichen Kommunikation noch schneller, besser und effizienter werden. Sie könnten international besser punkten und einfacher kommunizieren. Gerade im Bereich Vertrieb, Marketing und Service werden die ersten Ergebnisse sichtbar sein. Um das zu erreichen, eignen sich etwa Qualifizierungsmassnahmen, in denen es darum geht, wie man Text in Bilder wandelt, Informationen visuell bündelt, komplexe Inhalte vereinfacht darstellt und Wissen bildlich weitergibt. Die Anwendungsgebiete sind breit: Präsentationen, Meetings, Anleitungen usw. Sie können dieses Wissen für PowerPoint-Folien, Flipcharts, Plakate, Infografiken usw. nutzen.

Das verfügbare Wissen und die Menge an Informationen nehmen exponentiell zu und wir müssen sie in immer kürzerer Zeit aufnehmen. Die dritte Kommunikationswelle hat bereits begonnen und wird in den nächsten Jahren zunehmend an Fahrt aufnehmen. Sie wird in Zukunft einen deutlichen Wettbewerbsfaktor darstellen, daher ist genau jetzt der richtige Zeitpunkt, um in die Welt der bildlichen Kommunikation einzutauchen und sich mit ihren Methoden vertraut zu machen.