„Wir verlieren unseren Vorsprung“. Diesen Satz höre ich als Berater in fast jedem Resümee am Ende eines Strategiemeetings. Viele Unternehmen sind erfolgreich. Noch! Erfolgreiche Firmen zeichnen sich vielfach durch ihre ausgezeichneten Produkt- und Prozessinnovationsfähigkeiten aus. Natürlich sind gute Produkte und Prozesse extrem wichtig, nur sie entscheiden in Zukunft immer weniger über den Erfolg. Die Welt verändert sich rasant. Willkommen in einem neuen Zeitalter, wo Unternehmen aller Branchen verstehen müssen, sich durch Innovationen abseits von Produkten und Prozessen von dem Branchenallerlei abzuheben. Sorry, da reicht in Zukunft nicht mehr nur schöne Werbung. Da bedarf es in Zukunft mehr. Viel mehr. Mehr Innovation. Mehr Mut. Und vor allem mehr Strategiearbeit.
Warum? Warum fallen wir in unserer Arbeit so oft in alte (mittelmäßige) Lösungen zurück? Zwar glauben immer mehr Manager, das deutsche Erfolgsmodell, bei dem gnadenlos von oben nach unten durchorganisiert wird, sei überholt. So kritisieren in einer Studie, die im Auftrag des Bundesministeriums entstand, die meisten der 400 befragten Führungskräfte die Art, wie Chefs mit ihren Mitarbeitern umspringen – hierarchisch und ständig kontrollierend. Nicht einmal die Hälfte glaubt, dass die Unternehmen mit dem momentan praktizierten Führungsstil noch zukunftsfähig sind. Wo Macht- und Gewinnstreben die Treiber sind, bleibt wenig Raum für Innovationen. Es liegt auch in der Art der Zusammenarbeit – die Art wie wir Besprechungen gestalten; die Art wie wir führen; die Art wie wir Tagungen erleben; die Art wie wir im Arbeitsalltag miteinander umgehen. Es ist Zeit für einen radikalen Wandel. Im Übrigen trifft dies auch Non-Profit-Organisationen wie Unternehmer- und Berufsverbände.

„Innovation you have to feel to believe“

Die Zukunft wird anders. Etablierte Unternehmen verlieren an innovativem Vorsprung. Der Wandel zeigt sich schon seit Jahren, was die Situation weiter verschärft ist, dass jahrzehntgültige Geschäftsmodelle sterben. Neue revolutionäre Geschäftsmodelle entstehen. Bisher kommen diese ausschließlich aus den USA. Nun erlebt Deutschland eine zweite Gründerzeit. Eine neue Generation Unternehmer, Investoren und Meinungsmacher bauen unser Land zum Startup-Standort aus. Und sie bringen einen neuen Unternehmensgeist mit. Sie nutzen den technologischen Fortschritt und sind gut vernetzt. Radikal verändert hat sich auch das Tempo, mit dem Innovationen auf den Markt kommen und neue Ideen vermarktet werden. Mit einfachen Mitteln und schlankem Budget innovativ sein, so sieht Vorsprung morgen aus.
Vermarkten geht heute eben anders. Das können auch etablierte Unternehmen: So war die Kampagne der EDEKA aus dem letzten Jahr mit dem Berliner Underground-Künstler Friedrich Liechtenstein überraschend ein internationaler Erfolg. Das Werbevideo „Supergeil“ errang sogar in den USA Kultstatus. Mit Charme und subtilem Witz eroberte der bärtige Entertainer mit seiner Reibeisenstimme die Kundenherzen. Das war innovativ. Das war mutig. Mut zu neuen Wegen und einer zielgruppengerechten Ansprache.

Super verstehen. Super vernetzen. Super vermarkten. SUPERGEIL.

Tipps für einen neuen Kreativmodus im Unternehmen

  1. Verplanen Sie sich nicht total. Zu viel Planung macht unflexibel.
  2. Keine Angst vorm Scheitern. Business ist wie Liebe. Man muss was riskieren.
  3. Ehrlichkeit ja, aber bitte höflich. Keine Arroganz und Besserwisserei.
  4. Was wäre wenn´s klappt. Konzentration und Glaube auf das was erfolgreich macht.
  5. Bürokratie nervt. Zu viele Regeln in den Köpfen töten Ideen.
  6. Sei paranoid. Nicht von aktuellen Erfolgen blenden lassen.
  7. Create value, capture value.

Hinterfragen Sie die Grundsäulen Ihres heutiges Geschäftsmodells, selbst wenn noch Spitzenerträge erzielt werden. Erfolge bleiben nur, wenn die Bedingungen permanent in Frage gestellt werden. Verlieren Sie keine Zeit.

„Es macht immer Spaß, das Unmögliche zu tun. Denn dort gibt es am wenigsten Konkurrenz.“ Walt Disney