Manche bezeichnen mich als Wegweiser. Für Menschen, die mit ihrem Weg unglücklich sind. Einen neuen Weg allein nicht finden. Die zweifeln. Angst haben.

Am Anfang eines neuen Weges geht es darum, zu verstehen wo dieser Mensch gerade steht. Was seine Ängste sind.

Der nächste Schritt ist dann gemeinsam ein neues Ziel zu entwickeln. Ein Bild malen, welches die neue, erhoffte Situation darstellt, den neuen Weg beschreibt. Ich stelle den Pinsel und die Farben zur Verfügung. Malen muss derjenige selbst.

Nun verbinden wir die heutige Situation mit dem neuen Bild.
Das ist sehr wichtig, da die Verbindung eine realistische sein muss. Ein unsportlicher Fünfzigjähriger wird eher unwahrscheinlich Olympiasieger im 100 Meter Lauf werden. Ein unglücklicher Angestellter kann aber durchaus ein glücklicher Selbständiger werden.

Dieses neue Bild ist nun die Leitlinie für den Lebenswandel. Es muss stark sein, bunt und voller Kraft. Es ist das Idealbild für das Ziel. Es muss eine solche Attraktivität und Anziehungskraft haben, dass wir damit auch schwierigste Gegensprecher überzeugen können. Und der ist in der Regel das eigene „Ich“. Wir müssen es uns gegenüber vermarkten. Nur wenn wir es glauben, kann es auch möglich werden.

Dazu ein Beispiel aus dem echten Leben.

Ein 43-jähriger Angestellter einer großen deutschen Firma arbeitet dort in der Entwicklung. Seit 8 Jahren. Er ist eigentlich nicht unzufrieden mit seinem Job. Privat ist er verheiratet, hat zwei Kinder im Alter von zwölf und vierzehn Jahren. Seine Frau ist beim Landratsamt angestellt, arbeitet aber der Kinder wegen nur halbtags. Sie wohnen in einer Kleinstadt und besitzen dort eine 4 Zimmerwohnung.

Eigentlich ist das alles ok. Eigentlich.

Eigentlich aber ist er schon der Meinung, dass es im Job schon ziemlich lange her ist seit dem letzten Karrieresprung. Und er bei den letzten beiden Möglichkeiten übergangen wurde. Gesagt hat er dazu nichts. Aber sich gedacht. Privat kommt es immer öfters zu Spannungen mit seiner Frau. Die Wohnung ist ihr zu klein, man kann sich kaum aus dem Weg gehen. Sie haben in einem ersten Anlauf die Eigentumswohnung zum Verkauf inseriert. Und parallel nach einer neuen, größeren geschaut. Aber aus einem potentiellen Käufer wurde nichts und damit auch der Kauf einer neuen ebenfalls nichts. Nun geht er wieder zur Arbeit und sie ist nicht glücklich. Und verliert langsam den Glauben an eine Änderung.

Kennengelernt habe ich ihn bei einer Party. Nach dem üblichen Smalltalk „was machst Du, was mache ich?“ kam er ziemlich schnell auf den Punkt. Er frage sich ob das Alles so noch Sinn mache. Sein Job, die Wohnung, die Ehe. Und wenn er könnte, er gerne was verändern möchte. Aber… Der Job ist ja ein sicherer. Die Wohnung ja nicht so schlecht. Das Umfeld bekannt. Und weitere Gründe, die er mir aber mehr noch sich selbst zur Rechtfertigung entgegen brachte. Wir trafen uns dann zum ersten Coaching und starteten mit einem Persönlichkeitsmodell. Um herauszufinden wie er gestrickt ist. Er war vom Typ her eher sicherheitsliebend, hatte aber durchaus auch Veränderungsanteile in sich. Keine schlechte Voraussetzung!

Wenn er frei von Konsequenzen sein neues Bild malen könnte, wie würde das aussehen? „Gleicher Arbeitgeber, neues Tätigkeitsgebiet“, „größere Wohnung“, „öfters mal spontan Urlaub sich leisten können“ waren so die ersten Gedanken von ihm. Das hörte sich jetzt wahrlich nicht nach Unmöglichem an.

Das ist oft so. Was sich für einen Außenstehenden machbar anhört, ist für den Betroffenen ein hoher Berg!

Wir fingen mit einer 360 Grad Betrachtung an. Von der Meta-Ebene her betrachtet gab es innerhalb der Firma durchaus Stellenangebote, die interessant schienen. Das erste interne „Bewerbungsgespräch“ war schnell arrangiert. Dieses erste „Verändern“ war sowohl für ihn als auch seine Frau ein wichtiges Zeichen. Dass es doch geht, das Verändern. Bei der Wohnung spielte auch seine Frau mit eine bedeutende Rolle. Die begrenzte finanzielle Situation für den Kauf einer größeren Wohnung lag mit darin, dass sie erst in 1-2 Jahren wieder voll arbeiten wollte. Wenn die Kinder dafür selbständig genug sind. Bis dahin galt es zu überbrücken.

Es gab eine tolle fast doppelt so große Altbau-Wohnung. In der nächsten größeren Stadt. Mit dem Zug für die Kinder in 20 Minuten zur Schule. Allerdings zur Miete. Und etwas teurer. Beim Anschauen der Bilder im Internet leuchteten seiner Frau die Augen. Das wäre die erwünschte Veränderung. Nach einigem in sich gehen stimmte er dem Wohnungstausch zu. Sie entschlossen sich die alte Wohnung zu verkaufen – mit deutlichem Gewinn. Und für die Zeit bis die Kinder aus dem Haus sind in die größere Wohnung zu ziehen. Mit dem erwirtschaftetem Gewinn das Mehr an Miete zu bezahlen. Und später dann eventuelle wieder in eine kleinere Wohnung zu zweit ziehen.

Die Kinder fanden nach anfänglichem Maulen die neue Stadt sehr cool. Es hat sie reifer und erwachsener werden lassen. Seine Frau arbeitet inzwischen wieder Vollzeit. Sie genießt die große Wohnung und die Weite der großen Stadt sehr. Und er hat nach seinem internen Wechsel zwei Jahre später sich nach extern beworben. Auf eigene Faust.

Die Erfolgsformel?

Die Ausgangssituation verstehen. Diese mit einem neuen Wunschbild verbinden. Und dann das neue Bild sich selbst gegenüber vermarkten. Und dabei keine Angst vor eigenen Entscheidungen zu haben. Und davor das eigene Leben selbst in die Hand zu nehmen.