Märchen sind ein unglaublich wertvoller Schatz und eine uralte Form der Kommunikation. Seit Menschengedenken wurden mehr oder weniger zugespitzt, mit mehr oder weniger brutalen Intrigen, mit oder ohne Pointe Märchen, Gleichnisse, Fabeln oder Geschichten erzählt. Kunden wollen sich keine Märchen erzählen lassen, aber jedes Produkt hat eine Story!

«Es war einmal …» So fangen alle Märchen an. Und würden die Brüder Grimm heute noch leben, würden sie bestimmt ein Märchen über das 1971 im südafrikanischen Pretoria geborene Tech-Wunderkind schreiben können. Es wäre das Märchen von einem, der auszog, die Welt mit seinen unternehmerischen Visionen zu erobern. Es wäre ein Märchen über einen Helden, der bereits mit knapp 30 Jahren Dollar-Milliardär geworden ist. Kurzum – es wäre ein Märchen über Elon Musk. Und das Märchen ginge so weiter: Beflügelt durch den IT-Erfolg suchte Musk stets neue Herausforderungen, auch in der Old Economy der realen Welt. Die Geschäftsidee, die seinen unternehmerischen Aktivitäten bis heute zugrunde liegt, ist folgende: Musk will – bis dato – teure und technisch komplexe Produkte wie Automobile, Lkws, Stromspeicher, Photovoltaikanlagen, Transportkabinen in Tunneln und SpaceX-Weltraumraketen günstiger als bisher der Industrie anbieten. Nach eigenen Worten will er die «Beschleunigung des Übergangs zu nachhaltiger Energie».

Dazu gründete Musk 2003 die Autofirma Tesla. Alles, was Musk seit Beginn seiner Industrie-Ära als Vision anpackte, war märchenhaft, wurde allerdings bislang nicht zu Gold. Allein seine Autofirma Tesla, hochstilisiert zum Vernichter des Verbrennungsmotors, verbrannte vielmehr selbst mit rund 30’000 Mitarbeitern bis zum Jahresende 2017 eine halbe Million US-Dollar – pro Stunde, also zwölf Millionen Dollar täglich, 4,38 Milliarden pro Jahr! (Quelle: n-tv vom 18.12.2017.) Aber das Märchen hat ja gerade erst begonnen, und Musk ist nicht nur einer, der auszog, das Fürchten zu lernen, sondern mit der Gründung der Firma Tesla 2003 auch die gesamte etablierte Automobilindustrie das Fürchten zu lehren – und das ist ihm auch gründlich gelungen!

Zunächst jedoch wurde das Auto-Greenhorn Musk von den Etablierten belächelt: anhaltende und steigende Verluste, keine Kenntnis der Grossserienproduktion (ein Auto besteht aus rund 10’000 Einzelteilen, ein Elektroauto aus immerhin 6’000 Teilen). Hinzu kommt, dass Tesla seit Gründung nie mehr als 76’000 Autos jährlich (2016) zu produzieren vermochte – und das bei einem Pkw-Weltmarktvolumen von inzwischen 85 Millionen Neuwagen im Jahr. Erst mit der Ankündigung des ersten echten Tesla-Massenmodells 3 im März 2016 zum wettbewerbskompatiblen Preis von 35’000 Dollar plus Steuer ist den etablierten Herstellern der «alten» Verbrenner-Autoindustrie das Lachen vergangen. Dazu hat auch beigetragen, dass auf die blosse Ankündigung hin rund 500’000 Kunden quasi blind das Model 3 reserviert haben und manche dafür auch noch bereit waren, vor den Verkaufsstellen zu nächtigen, um nach Öffnung eine Reservierungsgebühr von tausend Dollar zu leisten.

Ein Märchen für Ihre nächste Präsentation? Erzählen Sie gern Geschichten? Dann benutzen Sie doch mal ein Märchen oder eine Fabel als Baustein für Ihren nächsten Vortrag, Ihre Präsentation oder Ihr Verkaufsgespräch. Es gibt weltweit Hunderte von Märchen – von Aladin mit der Wunderlampe bis zum standhaften Zinnsoldaten –, die sich für Ihre Zwecke eignen, denn sie haben alle eine klare Botschaft an das Publikum. Hinter jedem Märchen, jeder Fee, jeder Hexe, jedem Prinzen steckt eine Botschaft, die direkt an uns gerichtet ist und mitten ins Herz geht, sodass wir sie nicht mehr vergessen. Wir vergessen sie nicht, weil hinter dem Gesagten eine unterbewusste Nachricht steckt. Deshalb denken sich erfolgreiche Verkäufer und Präsentatoren zur Wiedergabe abstrakter Zahlen, Daten und Fakten Geschichten aus – die dann vor dem geistigen Auge, verknüpft mit dem Thema, quasi wie von selbst ablaufen. In den Motiven, Bildern und Symbolen der Märchen ist uraltes Menschheitswissen gespeichert. Märchen sind jedoch nicht nur ein wichtiges Kulturgut. Sie begeistern und verzaubern seit vielen Generationen, beflügeln die Fantasie und lassen Menschen Hoffnung und Zuversicht schöpfen. Sie fördern die Kreativität und greifen mit übernatürlichen Kräften in das Alltagsleben ein.

Märchen haben noch eine weitere Komponente: die Kunst des Erzählens. Es ist ein Mittel, anderen Freude zu bereiten, sie aufzuheitern und zu ermuntern. Lebendiges Erzählen ist immer wieder ein guter «Türöffner» für die unterschiedlichsten Themen und schafft eine angenehme und vertraute Atmosphäre. Wer eine Story allerdings so präsentiert, als würde er einen Quartalsbericht vorlesen, hat schon verloren – und zwar an Glaubwürdigkeit bei den Zuhörern. Denn so glaubt einem niemand die Geschichte.

Welche Märchen eignen sich für Ihre Zwecke? Kann es sein, dass die etablierten Platzhirsche der Welt-Autoindustrie 125 Jahre gebraucht haben, das zu schaffen, was Tesla als absoluter Neuling innerhalb von 13 Jahren geschafft hat? Das erinnert an die Geschichte von David und Goliath aus der Bibel. Sie ist schon sehr alt, aber dennoch zeitlos. Märchen kommen aus den unterschiedlichsten Kulturkreisen. Hier eine ähnliche Geschichte aus dem Ägyptischen vom Kranich und der Krabbe: Das Märchen berichtet von einem Kampf zweier ungleicher Tiere. In dessen Verlauf bekommt die zunächst unterlegene Krabbe mit ihren langen Scheren den Hals des Vogels zu packen und würgt ihn so lange, bis dieser verspricht, überhaupt keine Fische und Flusstiere mehr zu fressen. Aus diesem Grunde, so die Überzeugung vieler Ägypter, haben die Kraniche einen so engen Schlund, dass allenfalls eine Schnecke oder ein Wurm hindurchpasst. In den Nilländern wird die Krabbe als unerschrockener Kämpfer gegen einen scheinbar haushoch überlegenen Gegner verehrt. Dieses Märchen können Sie verwenden, um Mitarbeiter oder Ihr Vis-à-Vis zu motivieren, frei nach dem Motto: «Du hast immer eine Chance, du musst sie nur nutzen!»

Beim Märchen muss die Botschaft stimmen und zum Zweck Ihrer Präsentation passen. Überlegen Sie sich daher gut, was Sie mit Ihrer Präsentation erreichen wollen. In Zeiten wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Krisen, wie wir sie aktuell durchleben, sehnen sich Ihre Zuhörer nach ein wenig Hoffnung. Die können Sie ihnen vermitteln – etwa indem Sie Ihrem Publikum einen scheinbar aussichtslosen Kampf mit einem überraschenden Sieger schildern. Entlassen Sie Ihre Zuhörer immer mit einem positiven Appell, zum Beispiel mit dem folgenden: «Manchmal werden Märchen wahr. Warum sollten wir nicht unsere Chance beim Schopfe packen, so wie die Krabbe den Kranich beim Hals?»

Manchmal werden Märchen wahr … Märchen können in der Realität etwas bewirken und verändern. Die Einstellung zur Elektromobilität in der Automobilindustrie hat sich durch Elon Musk und Teslas Tempo grundlegend geändert. Dank Elon Musk und seiner Marke Tesla steht die Elektromobilität weltweit vor dem Durchbruch. Der Marktführer VW mit seinem Produktionsvolumen von heute fast 11 Millionen Automobilen will bis 2025 über 25 neue E-Autos auf die Räder stellen und mit allen Konzernmarken zusammen 80 neue Wagen mit E-Motoren anbieten. (Quelle: Welt vom 11.9.2017.) Ähnliche Elektro-Modelloffensiven gibt es bei allen anderen Massenherstellern. Ohne Tesla gäbe es beim Premiumanbieter BMW keine i-Baureihe, bei Daimler keine EQ-Familie, bei Audi keinen e-tron und Porsche wäre nicht auf Mission E. Bei Volvo würde nicht ab 2019 jedes neu eingeführte Modell über einen Elektromotor verfügen.

Im Wald verirrt, was nun? Ja, die Meute hat die Fährte aufgenommen. Und die Meute ist gross, sie hat Geld und automobiles Know-how. Tesla dagegen hat bisher noch kein Geheimrezept, kein Alleinstellungsmerkmal, denn die Lithium-Ionen-Batterien sind bei allen Herstellern gleich. Und so wird aus dem Jäger Tesla, der als Pionier alle Hersteller von Autos mit Verbrennungsmotoren vor sich hergetrieben hat, über Nacht der von der gesamten Meute Gejagte. Was wiederum die Volksweisheit bestätigen könnte: «Viele Hunde sind des Hasen Tod.»

Dass der Held in Gefahr gerät, ist normal für Märchen. Dem Helden wird eine Aufgabe gestellt, die er im Verlauf der Geschichte lösen muss. Und so nimmt ein Prinz den gefährlichen Kampf mit der Dornenhecke auf sich, weil er spürt, dass in dem Schloss dahinter seine schlafende Prinzessin seit 100 Jahren auf ihn wartet, das Geisslein trickst den Wolf aus, und Drachen werden mit Schwert und List besiegt. Vielleicht hat Musk ja eine Zauberformel oder einen magischen Zaubertrank? Märchen sind voller Überraschungen, Wunderkräfte und Wendungen. Die Strategien, um Probleme zu lösen, sind vielfältig. Aber eines steht immer am Anfang: Das Märchen beginnt mit etwas, das zu Ende gegangen ist – etwas ging verloren, etwas wird entbehrt – und der Entscheidung des Helden, das Schicksal nicht einfach hinzunehmen, sondern selbst aktiv zu werden und loszuziehen. Märchen sind aus unserem Leben nicht wegzudenken. Und solange Elon Musk nicht gestorben ist, wird er weiter Visionen träumen und umsetzen. Nutzen auch Sie die Kraft der Märchen!