„Wir können nicht mit denselben Denkansätzen Probleme lösen, mit denen wir sie kreiert haben.“

Mit diesem Satz brachte Albert Einstein auf den Punkt, was heute – viele Jahre später – eine der größten Herausforderungen unserer Gesellschaft werden sollte: Der Kulturwandel verlangt von uns, althergebrachte Wertvorstellungen, Verhaltens- und Sichtweisen von heute auf morgen zu überdenken und sie gegen neue, zeitgemäße Konzepte einzutauschen. Der Markt fordert eine klar kommunizierte, zeitgemäße Unternehmenskultur, die von Innovationsdenken, Nachhaltigkeit und kultureller Vielfalt geprägt ist. In Zeiten der Globalisierung, Kulturvielfalt und Digitalisierung wird allerdings immer spürbarer, dass dieser Wandel für viele Unternehmen zu schnell von statten geht, um mit ihm mithalten zu können. Auf den Firmen-Webseiten sind die Plattitüden über den „Kulturwandel als Chance“ und „Diversity als Erfolgsfaktor“ zu lesen, doch im Inneren der schicken Glas- und Stahlbauten scheitern die Unternehmen an der Komplexität dieser neuen globalen Welt. Dem Anspruch nach einem konsequenten Kulturwandel können und wollen viele von ihnen nicht gerecht werden – zu eingefahren sind die gewohnten Wertvorstellungen, Sicht- und Verhaltens-weisen, die sich in die Köpfe der Unternehmenslenker und -unterstützer eingebrannt haben. Paradigmen wie „Das haben wir immer so gemacht“ oder „Das bringt eh nichts“ bremsen die Unternehmen dabei, sich in der neuen digitalen und globalen Welt einen sicheren und gewinnbringenden Platz zu sichern.

Keine Frage, Sicht- und Verhaltensweisen, die sich über Jahrzehnte gefestigt haben, lassen sich so schnell nicht ändern. Denn in der Regel unterliegen wir alle präferierten Verhaltensweisen: erprobte Verhaltensmuster, mit denen wir uns wohlfühlen und die uns schon oft geholfen haben, den gesellschaftlichen Anforderungen gerecht zu werden. Immerhin haben die Kultur und die Gesellschaft, in der wir leben, einen immensen Einfluss auf unser tägliches Verhalten. Wir verhalten uns oft so, wie es von uns erwartet wird, um dazuzugehören, nicht anzuecken, konform zu sein. Wir schauen uns Verhaltensmuster ab, weil sie von unserer Umwelt so vorgelebt und akzeptiert werden, aber auch, weil sie bisher immer von Erfolg gekrönt waren. Und genau hier liegt die Krux: Neue Zeiten erfordern neue Verhaltens- und Sichtweisen. Wenn sich die Unternehmenslenker aber vor dem Kulturwandel verschließen, wie sollen sie ihren Mitarbeitern ein Vorbild sein und die Werte, die sie schwarz auf weiß auf ihren Webseiten formuliert haben, hinaus in die Welt zum Kunden tragen? Hier braucht es an oberster Stelle ein hohes Maß an Selbsterkenntnis und Selbstreflektion, um einzusehen, dass die eigenen Sicht- und Verhaltensweisen nicht mehr zeitgemäß, manchmal sogar existenzbedrohend sind, wie die Beispiele „Deutsche Bank“ und „VW“ im letzten Jahr gezeigt haben. Ohne die positive Erfahrung, dass sich ein neues, anderes Verhalten lohnt, lassen sich die etablierten Muster nicht ändern. Doch häufig reicht es nicht, nur das Verhalten anzupassen. Unternehmen müssen einen Schritt vorher ansetzen: an den Sichtweisen, die ein bestimmtes, nicht zielführendes Verhalten verursacht. Schon Management-Vordenker Stephen R. Covey sagte sehr treffend:

„Wenn Sie geringfügige Veränderungen wollen, arbeiten Sie an Ihrem Verhalten. Wenn Sie Quantensprünge wollen, arbeiten Sie an Ihrem Paradigma.“

Sichtweisen haben eine immense Power und häufig viel Schlimmes verursacht: Glaubenskriege, menschliche Schicksale, Wut und Tränen. Schauen Sie sich die Geschichte der Menschheit an und Sie bekommen unendlich viele Beispiele dafür. Doch Sichtweisen können auch immense Power in positiver Hinsicht haben. Sie können Menschen zu einem Perspektivenwechsel animieren und so einen notwendigen Kulturwandel anstoßen. Ermutigen Sie Ihre Kunden daher dazu, immer mal wieder die Perspektive zu wechseln und sich zu fragen:

  • Passen meine Sicht- und Verhaltensweisen zu dem angestrebten Ergebnis?
  • Was ist überhaupt das gewünschte Ergebnis? Mein persönliches, das des Unternehmens, der Kunden und der Mitarbeiter?
  • Welche unterschiedlichen Erwartungshaltungen liegen vor und wie lassen sich daraus entstehende Probleme lösen? Und letztlich:
  • Was muss sich ändern, um Kultur nachhaltig zu wandeln und das gewünschte Ergebnis gemeinsam erzielen zu können?

Globalisierung, Digitalisierung und Diversity – die Vielfalt menschlicher Zusammenarbeit ist Herausforderung und Chance zugleich. Diese neuen Herausforderungen 4.0. können nur von kreativen, flexiblen, global und „out of the box“ denkenden Menschen bewältigt und genutzt werden – von Menschen, die in der Lage sind, die Perspektive zu wechseln. Eine, wenn nicht sogar die entscheidende Fähigkeit, um den Kulturwandel erfolgreich und nachhaltig in Gesellschaft und Wirtschaft zu implementieren.