Es ist Freitag. Ein Zwei-Tages-Seminar geht zu Ende. Die Teilnehmer – erschöpft nach dem intensiven Zuhören – packen erleichtert ihre Unterlagen zusammen und eilen in die Freiheit. Der Trainer bleibt im Seminarraum zurück und räumt ebenfalls auf. Seine Freude auf das nahe Wochenende ist getrübt. Denn beim finalen Check des Seminarraums findet er zurückgelassene Hand-outs und Notizblöcke mit den Anmerkungen der Teilnehmer. Da hatten es einige wirklich eilig, diesen Ort der Wissensvermittlung zu verlassen. Leider bleibt das Wissen mitsamt den Unterlagen zurück. „Macht nichts“, tröstet sich der Trainer. „Was sie jetzt nicht für sich mitgenommen haben, das erfahren sie dann eben im nächsten Seminar. Das ist ja schon fix gebucht, mein Umsatz steht!“ Ja, der Umsatz des Trainers ist gesichert. Aber, wie sieht es mit der Nachhaltigkeit dieser Trainingsmaßnahmen für das Unternehmen aus? Um das näher zu beleuchten, nehmen wir einen Szenenwechsel vor…

Die Tage nach dem Training

Markus hat an besagtem Seminar teilgenommen. Am Montag darauf trifft er im Büro ein. Er ist bereits demotiviert, denn er weiß, wie die nächsten Stunden nach zwei Tagen Abwesenheit aussehen werden. Sein Schreibtisch ist bedeckt mit neuen Akten. Hunderte E-Mails harren seiner, der Anrufbeantworter des Telefons verweist wild blinkend auf 20 Nachrichten. Seufzend verschafft sich Markus einen Überblick und startet seinen Tag. „Doofes Seminar“, denkt er sich. „War ja interessant und lehrreich, aber die Rückkehr ins Büro ist immer die Hölle. Ich habe ja gar keine Zeit, die gewonnenen Erkenntnisse zu verarbeiten, sonst komme ich zeitlich noch mehr ins Hintertreffen…“ Der Alltag hat Markus wieder, das Training und seine Inhalte sind nur noch eine vage Erinnerung. Und genau so sieht es in den Köpfen und auf den Schreibtischen zahlreicher Seminarteilnehmer nach den für Unternehmen so kostspieligen Fortbildungsmaßnahmen aus. Markus ist kein Einzelfall! Erwiesene 85 % der Teilnehmer an Seminaren und Trainings setzen die während der Veranstaltungen gewonnen Erkenntnisse und das dargebotene Wissen nicht in die Praxis um! Ganze Seminartage verpuffen ins Nichts und damit auch die vom Unternehmen getätigte Investition. Ist es an der Zeit für ein Überdenken des Seminar- und Trainingskonzepts für Unternehmen?

Blended Learning – ein Quantensprung

Seit dem Start meines Trainingsunternehmens vor 19 Jahren stelle ich mir jeden Tag aufs Neue die Frage: Was kann ich als Coach und Trainer tun, um sicherzustellen, dass meine Teilnehmer dranbleiben an dem, was sie sich als Pensum vorgenommen haben, wenn ich nicht mehr neben ihnen stehe?

Im Laufe der Jahre habe ich aus diesem Bestreben heraus mit diversen Instrumenten gearbeitet. Meine Teilnehmer haben von Präsenz-Follow-ups, Video-Kursen und regelmäßigen E-Mail Remindern profitiert. Jedoch, wie immer man solche Erinnerungen formuliert, es fühlte sich für mich, aber sicher auch für die Teilnehmer, stets nach „Ermahnung“ an. Nach erhobenem Zeigefinger im Sinne von „Hast Du schon?“ Diese Zeiten liegen hinter uns! Der neue Weg ist ein anderer. Der neue Weg umfasst völlig neue, didaktische Elemente. Ein Quantensprung in der Nachhaltigkeit von Trainings tut sich auf. Die Fortbildung der Zukunft basiert auf Blending Learning!

Blendend – wie funktioniert das?

Das nachhaltige Lernen der Zukunft sieht so aus: Präsenztrainings – kürzer und dadurch kosten- und zeitsparend – mit den neuen technischen Möglichkeiten des online-Learnings zu verbinden, also zu „blenden“. Die Teilnehmer erhalten im Präsenztraining ein bestimmtes Basiswissen und werden motiviert, sich jeden Tag über einen gewissen Zeitraum mit den angebotenen e-Learning-Optionen weiter mit dieser Thematik zu beschäftigen. Bei diesem neuen didaktischen Konzept geht es nicht mehr um „Du musst etwas tun“, was ja meist die größte Hürde darstellt. Sondern um „Du darfst etwas tun, und zwar dann, wann es Deine Zeit am idealsten erlaubt“. Das selbständige Tun und die Eigenverantwortung stehen im Mittelpunkt der Philosophie von „Blended Learning“. Unternehmen, die diese neuen Technologien geschickt einsetzen und kombinieren, werden ihren Mitarbeitern eine innovative, immens effiziente Wissens- und Lernwelt eröffnen und dadurch völlig neue Erfolgswege beschreiten.

Die Tage nach dem Training – blended

Es ist Freitag. Ein Halbtags-Seminar geht zu Ende. Die Teilnehmer – motiviert nach diesen wertvollen Impulsen – packen dynamisch ihre Unterlagen zusammen und gehen in ihr Wochenende. Auch Markus war bei diesem Training wieder Teilnehmer. Er freut sich schon auf den Montag, denn er weiß, er war ja nur einen halben Tag von seinem Schreibtisch weg. Das ist vom Pensum überschaubar. „Da habe ich sicher noch Zeit, mich gleich in den im Training vorgestellten online-Ergänzungskurs einzuwählen und das heute Gehörte zu vertiefen“, denkt er zufrieden. Was für ein Unterschied im Mindset! Dadurch, dass die Mitarbeiter nun nicht mehr an zwei Tagen unter hohem Druck mit Wissen vollgestopft werden, entsteht Leichtigkeit und Freiwilligkeit. Dieser halbe Kick-Off-Trainingstag soll Freude und Neugierde auf alles Weitere auslösen und legt so den Grundstein für das zukünftige online-Learning der Mitarbeiter. Kneifen kann hier niemand, denn das abschließende Ergebnissicherungsseminar macht offensichtlich, wer sich mit der Materie beschäftigt hat und wer nicht. Diese Evaluierungsmöglichkeit stellt einen weiteren Vorteil von Blended Learning dar: Die Führungskräfte sind in den Prozess eingebunden und können die Fortschritte ihrer Teams beobachten, was im „normalen“ Seminarablauf niemals möglich war. Lern-Maßnahmen für Mitarbeiter, die nach diesem Konzept aufgebaut sind, binden weniger Arbeitszeit, bringen messbar mehr Nutzen und messbar eindeutig mehr Erfolg. Da bleibt mir nur noch die Frage an Sie als Unternehmen: Wann „blenden“ Sie?