Verstehen + Verbinden = wertschöpfend vermarkten

„Falls Gott die Welt geschaffen hat, war seine Hauptsorge sicher nicht, sie so zu machen, dass wir sie verstehen können“,

konstatierte einer der genialsten Denker des vergangenen Jahrhunderts lapidar: Albert Einstein. Tatsächlich zieht sich die Frage nach dem Verstehen des Seins wie ein roter Faden durch die Menschheitsgeschichte. „Wie muss man leben?“, war denn auch die zentrale Frage, die der griechische Philosoph Platon seiner Sokratesfigur zur Daueraufgabe machte. Wer nicht versteht, kann nicht zielgerichtet handeln und erst recht nicht auf Dauer erfolgreich sein, geschweige denn intelligent „Verbinden“ oder effizient „Vermarkten“. Verstehen ist eine Grundvoraussetzung für erfolgreiches Handeln. Gut und schön, aber das Verstehen fällt nicht vom Himmel, wird keinem als fertiges Konzept in die Wiege gelegt. Kann man Verstehen, Verbinden und erfolgreiches Vermarkten lernen?

Bereits hier scheiden sich die Geister. Glaubt man den Apologeten der freien Marktwirtschaft und schauen wir auf die zahlreichen „success stories“ in der Industriegeschichte, die von mittelständischen Unternehmern geschrieben worden sind, so tauchen immer wieder Unternehmertypen auf, die die Welt mit ihrem „Bauchgefühl“ veränderten: Namen wie Krupp, Thyssen, Grundig, Oetker, Würth, Liebherr, Daimler, Mannesmann, Miele oder Claas stehen für zielgerichtetes und erfolgreiches, intuitives Handeln. Ob sie dabei immer alles im Vorhinein verstanden haben und wie hoch der „Glücksfaktor“ dabei anzusetzen ist, soll hier nicht thematisiert werden. Fakt ist: Sie taten in vielen Fällen und Situationen zum richtigen Zeitpunkt exakt das Richtige. Und blieben immer Ausnahmeunternehmer. Starke Typen eben.

Verstehen und Verbinden: Networking!

Fakt ist aber auch, und das beweisen wiederum die Epigonen solcher Gründertypen: „Bauchgefühl“ bzw. Intuition kann nicht erlernt werden und dient somit nicht als Erfolgsrezept, um im Markt zu bestehen. Kein Grund zu verzweifeln, denn es gibt andere Wege und Lösungen, die zum Verständnis und zum Verstehen führen und damit den Weg auf die Erfolgsspur weisen. „Das Geheimnis des Erfolges ist, den Standpunkt des anderen zu verstehen“, sagte Henry Ford. Es ist aber kein Geheimnis, dass der geplante Erfolg immer die Summe vieler Faktoren ist. Und das Verstehen ist nur ein kleiner, wenn auch wichtiger Faktor, da er eine Grundvoraussetzung für weiteres erfolgreiches Handeln, nämlich das „Verbinden“ ist. „Verbunden werden auch die Schwachen mächtig“, lässt Friedrich Schiller den Eidgenossen Werner Stauffacher an Wilhelm Tells Adresse sagen, was dieser so pariert: „Der Starke ist am mächtigsten allein.“ Doch nicht jeder ist ein intuitiv richtig handelnder „Bauchmensch“, und wer erfolgreiches Handeln lernen will, muss weitergehen. Verbinden ist also die richtige Folgerung nach dem Verstehen. Was heute heißt: Den Geist öffnen, Toleranz üben, internationale Netzwerke initiieren, aufbauen, pflegen und nutzen und sich möglichst als aktiv Handelnder dort einbringen und etablieren.

Autonom denken – vereint vorgehen!

Gemeint sind nicht die „altvorderen“ Seilschaften, welche auch heute noch in allen Gesellschaftskreisen vorkommen und immer noch gepflegt werden. Das sind die Netzwerke der Schwachen, die niemals stark werden können, weil sie nicht auf die eigene Kraft, Kreativität und Intelligenz setzen und sich lieber in Situationen und Positionen „hineinhelfen“ lassen. Moderne Networker sind in der Gemeinschaft autonom handelnde Aktive, die sich der geschaffenen und zur Verfügung stehenden Ressourcen virtuos bedienen. Sie handeln im gegenseitigen Einvernehmen und schaffen dort, wo Defizite erkannt werden, grenzüberschreitend neue Verbindungen, die allen im Netzwerk zur Verfügung stehen.

Im Schwarm intelligent handeln!

Je autonomer die einzelnen Networker handeln, umso besser für das Gelingen: Jeder soll seine individuellen Fähigkeiten und Stärken einbringen. Hier der Produzierende, dort der Industrial Designer. Hier der Marktkenner, dort der Vertriebsprofi. Und, und, und…Viele mehr. Eine konzertierte Aktion. Die vermeintlich „Schwachen“ werden zu starken, kreativen „Unternehmern“, die von einer hoch leistungsfähigen Schwarmintelligenz in ihren individuellen Erfolg begleitet werden. Wer versteht und in der Lage ist, Verbindungen zu schaffen, hat viel gewonnen, aber noch nicht alles erreicht. Bezogen auf unternehmerisches Handeln und geschäftlichen Erfolg sollte auf den erworbenen „Skills“ konzeptionell aufgesetzt werden. Erfolgreiches Vermarkten geht weder mit Bauchgefühl noch mit selling by doing. Sondern nach Plan.

Beliebigkeit Adieu!

Wer erfolgreich sein will, muss sich und seinem Unternehmen eine langfristige, zukunftsfähige Ausrichtung geben können. Signifikante Voraussetzung für wertschöpfende Konzepte ist eine perspektivisch gedachte Leitidee, die plan- und messbar ausgerichtet ist. Beliebigkeit Adieu! Zielorientierte Lösungen sollen akribisch aufzeigen, woran es überall fehlt auf dem Weg zum Erfolg. Wer seine Unternehmungen – egal ob selbstständig oder angestellt – aus unterschiedlichen Blickwinkeln und verschiedenen Ebenen betrachtet und analysiert, erkennt entscheidende Schwachstellen rechtzeitig, definiert Ziele und entwickelt ein umfassendes hochindividuelles Konzept mit passgenauen und wirksamen Maßnahmen. Und ist bereit, ausdauernd Kraft und Lebensenergie einzubringen, dieses Konzept Schritt für Schritt umzusetzen – nach maßgeschneidertem Fahrplan. Bekannte Werbeideen oder allgemein gültige Marketingkonzepte gehören in den austauschbaren Bereich der Eindimensionalität. Denn hier wirken berechenbare und naheliegende Faktoren, kostenintensiv und willkürlich. Erfolgreich ist, wer ganzheitlich denkt und konsequent und zielführend im Netzwerk handelt. Wer versteht und verbindet und beides beherrscht, hat gelernt, wertschöpfend zu vermarkten.