Wie und warum Netzwerke Krisen besser bewältigen und Chancen wahrnehmen

„None of us is as good as all of us“ (Ray Kroc, Gründer von McDonalds) ist ein Credo im Franchising und ein Bekenntnis zu wertschätzender Gemeinsamkeit. Wissentlich, dass es seit dem Frühjahr 2020 und aktuell sehr viele Beiträge, Webinare etc. zur Corona-Krise und deren Bewältigung gibt, habe ich damals einen kompakten Beitrag im Kontext des Fairplay Franchising mit dem Titel „Fairplay in der Krise“ verfasst – in der Hoffnung, dass 2021 dieses Thema „erledigt“ sein wird.

Heute wissen wir, dass uns diese Krise noch lange beschäftigen wird. Der Tenor meines Beitrages hat für alle Kooperations- und Unternehmensformen weiterhin Gültigkeit. Wir sind alle gefordert – so sind beispielsweise die Führungsqualität und Lösungskompetenz eines Franchise-Gebers bzw. Netzwerk- und Systemführers jetzt mehr denn je gefragt. Krisen-Management ist Chefsache. Es braucht eine Strategie, Handlungs-, Entscheidungs- und Lösungskompetenz.

Diejenigen, die Fairplay Franchising kennen und leben, wissen über die harten und weichen Faktoren im Franchising gut Bescheid. Ich meine, in der Krise sind es vor allem die weichen Faktoren, die für die Stabilität der (Geschäfts-)Beziehung entscheidend sind. Über die harten Faktoren wird ausführlich in diversen Foren berichtet und sie werden diskutiert – juristische Themen wie vertragliche Vereinbarungen, Gebühren, Gesetze und Erlasse sind wichtig. Die Frage ist allerdings, wie „kreativ“ mit diesen Faktoren umgegangen wird – im Interesse aller Beteiligten. Dabei denke ich nicht nur an die Franchise-Geber und -Nehmer, sondern auch an Lieferanten, Vermieter, externe Kooperationspartner und Spezialisten. Netzwerke in ihrer Gesamtheit sind sicherlich noch lange von der Krise betroffen. Hier ergibt sich die Chance, Franchising als Vertriebs- und Organisationsform oder Netzwerke allgemein positiv zu positionieren, vor allem wenn man in der Lage ist, Lösungen im Interesse aller zu finden.

Die „emotionalen“ weichen Faktoren, wie Vertrauen, Wertschätzung, Anerkennung, Augenhöhe und Einbeziehung aller im Netzwerk Beteiligten in Entscheidungen, geben vor allem Sicherheit in Zeiten von Krisen, aber auch darüber hinaus. Im Franchising bedeutet das, dass Franchise-Geber ihre Franchise-Nehmer gerade in Krisen entlasten müssen, damit sie sich noch mehr auf ihre Kunden und Mitarbeiter konzentrieren können. Arbeitsteilung ist angesagt. Kreative Lösungen in allen Fragen brauchen professionelle, regelmäßige und offene Kommunikation, Interaktion und Information. Unter dem Motto „Gemeinsam statt einsam“ sollen partnerschaftlich Lösungen im Dialog und auf Augenhöhe gefunden werden. Wichtig dabei: Die Erwartungshaltungen klären! Denken wir über den Tellerrand und die Krise hinaus und erkennen wir diesen Austausch und Entscheidungen auch als Chance für Systemanpassungen, Veränderung und Innovation.

Wir im Club 55 haben ja auch in dieser Zeit kreative Lösungen gefunden, um uns für die neuen Herausforderungen fit zu machen, etwa im Bereich der digitalen Möglichkeiten, Seminare und Trainings professionell durchzuführen. Wir alle haben profitiert von einer „hemmungslosen Bereitschaft“, unser Wissen und unsere Erfahrungen miteinander zu teilen, und so bewiesen, dass wir gerne – im wahrsten Sinne des Worts – zusammenarbeiten! Es wurde offensichtlich, dass wir gemeinsam einfach besser sind. So entstehen Synergien (ein weiteres „Zauberwort“ für erfolgreiches Franchising). Das heißt: Das Ergebnis ist um vieles größer und wirksamer als die Summe der Einzelleistungen.

In diesem Sinne wünsche ich uns und allen, die gerne Fairplay im wirtschaftlichen Kontext leben und entsprechend zusammenarbeiten, dass wir dieses Learning auch über Covid-19 hinaus bewahren![/vc_column_text][/vc_column][/vc_row]