Die letzten Jahre waren geprägt von gesellschaftsrelevanten Themen, die die Arbeitswelt verändern. Die Corona-Krise hat einige dieser Themen nun schlagartig in den Fokus unseres Bewusstseins gerückt und überdeutlich gezeigt, wie wichtig es ist, Veränderungen frühzeitig zu erkennen und aktiv anzugehen. Zu diesen Themen zählen unter anderem der digitale Wandel, das mobile Arbeiten und die Auswirkungen der Digitalisierung auf den Umgang miteinander.

Digitaler Wandel verändert alte Geschäftsmodelle und fördert (und fordert) Kreativität

Die Auswirkungen der Corona-Krise treffen viele Branchen mit voller Wucht. Spätestens jetzt zeigt sich, wer es versäumt hat, die Zeichen der Zeit rechtzeitig zu erkennen und den Wandel hin zu mehr Digitalisierung einzuleiten. Der Einzelhandel ist eine Branche, die von der Pandemie stark betroffen ist. Und hier wird deutlich: Einzelhändler, die sich bislang nur rudimentär mit der Digitalisierung auseinandergesetzt haben, waren plötzlich gefordert, sich im Eiltempo mit diesem Thema zu beschäftigen. Andere dagegen hatten rechtzeitig erkannt, dass die Verbindung zwischen lokalen Einkaufserlebnissen und Liveshopping im Social Web ein großes Zukunftsthema ist. Die Drogeriemarktkette Douglas zum Beispiel richtet heute schon ihr Geschäftsmodell danach aus. Ein Blick nach China zeigt, was in der Branche möglich ist. Der Einzelhandel nutzt dort längst die sozialen Kanäle, um seine Produkte durch Liveshoppingsessions mit viel Entertainmentgehalt anzubieten.

Aber weshalb sind die einen Unternehmen in der Lage, frühzeitig zu agieren und mit neuen Ideen zu punkten, andere dagegen verharren im alten Fahrwasser? Das Zauberwort heißt Kreativität. Kreative Menschen erkennen beispielsweise eher Verbindungen zu Themen, die im ersten Moment mit dem Ursprungsthema nichts zu tun haben, denn sie denken oft vernetzt. Die gute Nachricht ist, dass Mitarbeiter Kreativität erlernen können. Tipps dazu sind im Buch „Die Kunst des kreativen Denkens“ von Dorte Nielsen und Sarah Thurber nachzulesen. Verschiedene Apps, wie zum Beispiel die Social-Network-App Clubhouse, können die Ideenfindung in einem zweiten Schritt unterstützen, denn sie bieten spannende Chancen zum Austausch mit Menschen aus aller Welt – die beste Basis, um neu und anders zu denken.

Dem Mobile Office gehört die Zukunft – mit den richtigen Softwaretools

Arbeiten im Homeoffice ist ein Thema, das bereits vor der Corona-Krise viel diskutiert wurde. Jetzt ist es auch für Unternehmen, die bisher nicht digitalisiert waren und deren Mitarbeiter deshalb nicht mobil arbeiten konnten, höchste Zeit, aufzuholen. Wobei die Bezeichnung „Mobile Office“ hier der bessere Begriff ist als „Homeoffice“, weil daran keine rechtlichen Bedingungen geknüpft sind. Selbstverständlich gilt hier jedoch sowohl das Arbeitsschutz- als auch das Arbeitszeitgesetz. Vielen Führungskräften fehlt das Vertrauen in ihre Mitarbeiter. Sie befürchten, dass diese im Mobile Office ihre Aufgaben nicht sorgfältig und rechtzeitig bewältigen. Für manche Arbeitnehmer wiederum kann es eine Herausforderung sein, den Tag sinnvoll zu strukturieren und die Arbeit selbstständig einzuteilen.

Eine Branche, die besonders agil ist und in der Mobile Office bereits seit Jahren praktiziert wird, ist die Agenturbranche. Professionelle Agenturen nutzen dabei spezielle Software (z. B. easyJOB). In dieser sind Kunden, Projekte, die Zeiterfassung und die Aufgaben für die einzelnen Mitarbeiter hinterlegt. So können alle jeweils für sich überprüfen, wie gut ihr Zeitmanagement ist, und sich bei Bedarf rechtzeitig Hilfe bei einer Führungskraft oder von Kollegen holen.

Da Arbeitszeit ist ein sehr hohes wirtschaftliches Gut ist, wird effizientes, eigenverantwortliches Arbeiten in Zukunft noch mehr gefordert sein. Ein Urteil des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) vom 14. Mai 2019 besagt, dass Arbeitszeiten in Zukunft lückenlos aufgezeichnet werden müssen. Daher lohnt sich die Auseinandersetzung mit dem Thema Zeiterfassung gleich aus mehreren Gründen, denn mobiles Arbeiten wird bleiben.

Folgen der Digitalisierung für das Miteinander mit neuen HR-Modellen begegnen

Vor einem Jahr noch undenkbar, heute plötzlich ein Thema: Nach Wochen des Lockdowns im Mobile Office stand eine Auszubildende im Büro ihres Arbeitgebers und erzählte, wie ungewohnt und herausfordernd es für sie ist, wieder mit den Kollegen in persönlichen Austausch zu gehen. Die viele Zeit am Bildschirm – ob am Smartphone oder Laptop – führt zu einer Parallelwelt, die nicht selten einsam macht und das Miteinander in der realen Welt erschwert. Davor die Augen zu verschließen, ist keine gute Lösung. Clever dagegen ist es, nach neuen Wegen zu suchen: Universitäten bieten zum Beispiel Mimikkurse für Studenten an, denn als Digital Natives haben diese immer weniger Übung im direkten, analogen Umgang mit Mitmenschen.

Auch im HR-Bereich braucht es in Zukunft neue Konzepte, damit die Arbeit im Team sowie der Kundenkontakt unter neuen digitalen Arbeitsbedingungen weiterhin gut gelingen. Dies können zum Beispiel spezielle Schulungen für Führungskräfte und Mitarbeiter oder neue unternehmensinterne Eventkonzepte sein.

Und was hat es eigentlich mit dem Hype um die Social-Network-App Clubhouse auf sich? Vor allem zeigt er uns deutlich, wie schnell ein neues Medium ganze Branchen verändert bzw. verändern kann. Besonders für Führungskräfte ist es wichtig, solche Veränderungen frühzeitig zu erkennen, um daraufhin mit offenem Blick – idealerweise gemeinsam mit dem Team – die für das Unternehmen notwendigen Maßnahmen zu entwickeln. Ein Zitat von Albert Einstein kann dabei helfen: „Mehr als die Vergangenheit interessiert mich die Zukunft, denn in ihr gedenke ich zu leben.“